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Beurteilung VOC

Während für Arbeitsplätze, an denen mit Gefahrstoffen umgegangen wird, Grenz- und Richtwerte nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS) gelten, trifft dies für Wohn- und Büro- nenräume nicht zu. Beispielsweise ist eine Formaldehydbelastung in der Luft eines Büroraumes, die durch Ausgasung aus spanplattenhaltigen Möbeln entsteht, unter dem Gesichtspunkt einer vergleichbaren Wohnraumbelastung zu betrachten; die maximale Arbeitsplatzkonzentration (MAK) ist in diesem Fall nicht zur Bewertung heranzuziehen. Gesetzlich geltende Grenzwerte existieren für VOC- Gemische in Innenräumen nicht.

Eine gemeinsame adhoc-Arbeitsgruppe der Innenraumlufthygiene-Kommission (IRK) des Umweltbundesamtes und der Arbeitsgemeinschaft der Leitenden Medizinalbeamtinnen und -beamten der Länder (AGLMB) veröffentlichte 1996 ein Schema zur Ableitung von Innenraum-Richtwerten. Jeweils für einzelne Stoffe ist vorgesehen, folgende Richtwerte zu veröffentlichen:

Richtwert I:

Richtwert I (RW I) ist die Konzentration eines Stoffes in der Innenraumluft, bei der im Rahmen einer Einzelstoffbetrachtung nach gegenwärtigem Erkenntnisstand auch bei lebenslanger Exposition keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind. Eine Überschreitung ist mit einer über das übliche Maß hinausgehenden, hygienisch unerwünschten Belastung verbunden. Aus Vorsorgegründen besteht auch im Konzentrationsbereich zwischen RW I und RW II Handlungsbedarf. Der RW I wird vom RW II durch Einfuhren eines zusätzlichen Faktors (in der Regel 10) abgeleitet. Dieser Faktor ist eine Konvention. Der RW I kann als Sanierungszielwert dienen. Er soll nicht "ausgeschöpft", sondern nach Möglichkeit unterschritten werden. [1,4]

Richtwert II:

Bei Überschreitung besteht unverzüglicher Handlungsbedarf wegen gesundheitlicher Gefährdung bei Daueraufenthalt in den Räumen, insbesondere für empfindliche Personen. Der Handlungsbedarf ist als unverzüglicher Prüfbedarf zu verstehen, z.B. im Hinblick auf Sanierungsentscheidungen zur Verringerung der Exposition.[1,4] Die Richtwerte werden abgeleitet aus den Wirkungsschwellen bei Mensch oder Tier und aus Sicherheitsfaktoren für besonders empfindliche Personen, für Dauerbelastung und für die besondere Situation von Kindern (geringes Körpergewicht u.a.). Die nach dem Basisschema der Ad-hoc-AG IRK/AOLG abgeleiteten Richtwerte sind als Einzelstoffbetrachtung zu sehen und beinhalten keine Aussage über mögliche Kombinationswirkungen verschiedener Substanzen. Bis jetzt sind folgende Richtwerte durch die Ad-hoc AG IRK/AGLMB festgelegt worden [1]:

VerbindungRW II (mg/m³)RW I (mg/m³)

Jahr der Festlegung

Toluol30,3 1996
Dichlormethan2 (24h)0,21997
Kohlenmonoxid60 (1/2h)6 (1/2h)1997
15 (8h)1,5 (8h)
Pentachlorphenol10,11997
Stickstoffdioxid0,35 (1/2h)-1998
0,06 (1 Woche)-
Styrol0,30,031998

Quecksilber

(als metallischer Dampf)

0,350,0351999
Tris(2-chlorethyl)Phosphat0,050,0052002
TVOC

(siehe Erläuterungen im folgenden Text)

1999

Um der Tatsache Rechnung zu tragen, dass die Innenraumluft eine Vielzahl von organischen Verbindungen enthält und gesundheitliche Beschwerden oft auch dann geäußert werden, wenn bestehende Richtwerte für einzelne Innenraumluftverunreinigungen eingehalten werden, wurden von der IRK Bewertungsmaßstäbe für die Beurteilung der Innenraumluftqualität mit Hilfe der Summe der flüchtigen organischen Verbindungen (TVOC) erarbeitet. Es muss aber ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass diese TVOC-Werte nicht nach dem Basisschema abgeleitet sind. Zur Verdeutlichung der Unsicherheiten, die bei der Ableitung entstanden, wurden nicht einzelne Zahlenwerte, sondern Konzentrationsbereiche angegeben. Danach ist in Räumen mit TVOC-Konzentrationen zwischen 10 und 25 mg/m3 ein Aufenthalt allenfalls vorübergehend

täglich zumutbar (derartige Konzentrationen können im Falle von Renovierungen vorkommen). In Räumen, die fur einen längerfristigen Aufenthalt bestimmt sind, sollte auf Dauer ein TVOC-Wert im Bereich von 1-3 mg/m3 nicht überschritten werden. Ziel sollte es sein, in Innenräumen im langzeitigen Mittel eine TVOC-Konzentration von 0,2-0,3 mg/m3 zu erreichen bzw. nach Möglichkeit sogar zu unterschreiten. In einer neuen Veröffentlichung von Seifert vom März 1999 sind eine Reihe von Klarstellungen enthalten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Seifert-Werte "nicht mit toxikologischen Erkenntnissen begründet" wurden und lediglich den durchschnittlichen Normalzustand auf Grundlage der Ergebnisse des Umwelt-Surveys 1985/86 beschreiben. In der Publikation finden sich u.a. folgende Einschätzungen:
".....ein Aufenthalt in Räumen mit TVOC-Konzentrationen zwischen 10 und 25 mg/m3 (10.000 bis 25.000 myg/m3) allenfalls vorübergehend zumutbar. Derartige Konzentrationen können im Falle von Renovierungen vorkommen."
".....In Räumen, die für einen längerfristigen Aufenthalt bestimmt sind, sollte auf Dauer ein TVOC- Wert im Bereich von 1 bis 3 mg/m3 nicht überschritten werden. Erfahrungsgemäß ist davon auszugehen, dass derartige TVOC- Konzentrationen durch eine beschränkte Zahl von chemischen Stoffen oder Stoffklassen bedingt sind. Daher ist das Überschreiten dieses Bereichs als Hinweis dafür aufzufassen, dass eine Einzelstoffbetrachtung durchgeführt werden sollte."
"Ziel sollte es ein, in Innenräumen im langfristigen Mittel eine TVOC- Konzentration von 0,2 bis 0,3 mg/m3 zu erreichen bzw. nach Möglichkeit sogar zu unterschreiten."
"Es ist daher keineswegs sinnvoll, die Ergebnisse der Ermittlung von TVOCKonzentrationen starr mit den oben beschriebenen TVOC- Wertebereichen zur vergleichen, insbesondere den Zielwert streng als Sanierungsleitwert zu verwenden, ....."

Bei der Bewertung von Messergebnissen ist zu beachten, dass die TVOC- Konzentrationen in der Raumluft von vielen Faktoren beeinflusst werden, insbesondere von der beabsichtigten und auch von der ungeplanten Lüftung (z.B. durch den Winddruck auf dem Gebäude), von der Raumlufttemperatur und â??feuchte sowie von der Nutzung. Beispielsweise können in der Vorweihnachtszeit deutlich erhöhte TVOC-Werte in der Raumluft gemessen werden, da die Verwendung von Tannenschmuck und der Verzehr von Zitrusfrüchten zu erhöhter Konzentrationen von Terpenen in der Raumluft führen.

[1] BIA-Report 4/2001 Grenzwerteliste 2000; Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften
[2] BIA-Report 3/2001 Berechnungsverfahren und Modellbildung in der Arbeitsbereichsanalyse; Hauptverband der gewerblichen
Berufsgenossenschaften
[3] Seifert, B. : Regulating Indoor Air in: Indoor Air 1990, Toronto, Vol 5 S.35
[4] Oppl, R.: Flu chtige organische Stoffe (VOC) in der Raumluft von Bu rogebauden; MILJO-CHEMIE Niederlassung Hamburg der DANSK MILJOCENTER A/S, Galten/Dänemark Studie Nr.90829; 08.09.99
[5] Bewertung der Luftqualität in Innenräumen. Bundesgesundheitsblatt 36 (1993) S. 117-118
[6] Leitfaden fur die Innenraumlufthygiene in Schulgebäuden. Umweltbundesamt, Juni 2000
[7] Fanger, P.O.: Perceived Indoor Environment, in Bischof, W. etal. (Hrsg.): Sick Building Syndrome, Karlsruhe 1993

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