Home • Kontakt • Impressum • Sitemap 

Vorsicht - es wird gemessen!

Messinstitute
Institute und Baubiologen, die Umweltbelastungen messen und sogenannte Fachleute gibt es viele. Mal teurer - mal billiger. Dabei sind die "teuren" nicht zwangsläufig die Besten - aber nur auf's Geld zu schauen ist auch die falsche Wahl.
Wer hilft also?

Unabhängige Beratung
Ein guter Tip: Rufen Sie bei Ihrem örtlichen Gesundheitsamt oder bei der Verbraucherberatung an. Die sind meist gut über die Marktlage informiert und trennen die Spreu vom Weizen. Den dort gegebenen Empfehlungen können Sie vertrauen - weil keine kommerziellen Interessen im Spiel sind. Wenn Sie dann beim Institut anrufen, lassen Sie sich sagen wer zu Ihnen kommt - und welche Qualifikation der Mitarbeiter hat. Auch Ihr Arzt kann Ihnen eventuell weiterhelfen.

Wer ist "Sachverständiger"?
Sachverständiger darf sich jeder nennen - aber ob der Sachverstand ausreicht, beurteilen die meisten der selbsternannten "Sachverständigen" eben selbst. Die Ausbildung zum Sachverständigen ist heute auch ein blühender Einnahmezweig und manche Institute bilden Sachverständige aus nd geben ihnen dann auch noch gleich ein Sachverständigensiegel mit, welches dem Rundstempel der öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen gleicht. Zur Ausbildung zum Sachverständigen ist es in der Regel nicht notwendig, im Fachgebiet schon gearbeitet zu haben. Über den Sinn solcher "Sachverständigen"- Ausbildung kann man lange und ausführlich streiten.

Der Titel "Sachverständiger" ist nicht gesetzlich geregelt. Nur öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige (öbuv Sachverständige) haben da einen ganz anderen Status - sie sind per Eid verpflichtet, nur der Sache und nicht einer Interessenslage gemäß zu handeln.  Sie haben ihre Sachkunde gemäß der Sachverständigenordnung der IHK'en durch unabhängig geprüfte Gutachten und in einem Prüfungsgespräch nachgewiesen. Der vn der IHK ernannte Sachverständige muss auch schon mehrjährige Erfahrung im Fachgebiet vorweisen können. Neulinge eines Sachgebietes sind unter öbuv Sachverständigen nicht anzutreffen. Nur die Erfahrung mit verschiedensten Sachverhalten und auch die nachgewiesenen rechtlichen Kenntnisse machen eine wirklichen Schvesrtändigen aus. Die Ausbildung steht demgegenüber eher im Hintergrund, da durch Kurse und Schulen nur Grundkenntnisse vermittelt werden. Erfahrung bringt allein die Praxis.  
Adressen vereidigter Sachverständiger nennt die örtliche IHK, die ihre Sachverständigenliste auch im Internet veröffentlicht (siehe unten).

Übrigens: Die Ausbildung zum Schimmelsanierer scheint dabei ganz beonders schwierig und aufwändig zu sein. Selbst Grundscheine dauern oft 5 Tage und sind mit 2000 EUR zu bezahlen. Der "große" Schein zur Asbestsanierung (Sachkundenachweis nach TRGS 519) kostet um die 1500 Euro und dauert nur 4 Tage. Eines ist aber sicher: Die Gefähdungspotenziale von Schimmel und Asbest ko-relieren damit auf gar keinen Fall. Schimmel ist in der Regel deutlich unkritischer zu beurteilen als Asbest. Aber die Geschäftsidee hat sich durchgesetzt. Obwohl es keine gesetzlichen Vorgaben zur Schimmelsanierung gibt und auf keine Vorschriften für Schimmelsanierungs- Personal. Aber vielleicht ist ja die Ausbildung so aufwändig, gerade weil die Vorschriften fehlen. Wer es genau wiess, möge es mir erklären.

Messen oder Belastungen ermitteln?
Gemessen wird gern und auch viel. Bei Belastungen in Innenräumen zeigt unsere Erfahrung aber, daß gar nicht so viel gemessen werden muß, wie der Laie gemeinhin glaubt. Belastungen in Innenräumen werden i. allg. durch sog. "sachkundige Begehungen" ermittelt. Vorsicht vor Begehern, die auf einen Schlag dies und jenes messen wollen. Wenn die Sachkunde bzw. die Erfahrung bei einer Begehung ausreicht, kann meist punktuell mit einer Messung überprüft werden, ob etwas vorliegt. Und wenn dabei nichts herauskommt, kann ja später noch eine Folgemessung erfolgen. Noch besser sind sog. Eliminationsversuche, bei denen die vermutete Belastungsquelle zeitweise entfernt wird. Das ist oft billig und wirksam. Vielleicht vorher selbst mal das Verdachtsobjekt entfernen und die Reaktionen des Körpers abwarten. Je nach Belastung kann es mehrere Wochen dauern, bis eine spürbare Besserung eintritt.

Messungen werden auch gern gekauft. Der Laie hat eben lieber ein Messergebnis als "nur " ein paar Stunden Beratung. Meine Erfahrung zeigt, dass ein Messergebnis viel lieber gekauft wird als Beratungsleistung. Oft ist es auch ziemlich egal, ob man den gemessenen Wert nun richtig beurteilen kann oder ob Grundlagen zur Beurteilung fehlen. Hauptsache: Gemessen wurde.

Effekt oder Belastung ? - Befindlichkeitsstörung oder gesundheiltliche Gefährdung?
Allzu gern werden die Begriffe vermischt. Ein Effekt ist die Reaktion des Körpers auf eine Gegebenheit. Beispiel: 200er Puls nach einem 1000m- Lauf. Nichts gefährliches. Ein Effekt eben. Hält der 200er Puls über Stunden an, ist es gefährlich und hat nichts mit den üblichen Effekten eines Laufes mehr zu tun.
Befindlichkeitsstörungen: Darunter werden zeitweilig vorherrschende, aber an sich ungefährliche, meist unangenehme Zustände des Körpers bezeichnet. Häufigste Reaktion: Kopfdruckoder Kopfschmerz. Unangenehm, jedoch keine gesundheiltliche Gefährdung. Eben eine Befindlichkeitsstörung. Häufig werden Befindlichkeitsstörungen beobachtet, wenn zum Beispiel die Kohlendioxid- Konzentration in einem Raum aufgrund mangelnder Lüftung ansteigt. Bei 20 Kindern in einem Klassenraum ohne Lüftung werden nach 30-45 Minuten fat immer kritische CO2- Werte erreicht. Befindlichkeitsstörungen sind ganz häufig die Folge.
Gesundheitliche Gefährdungen implizieren, dass der Körper dauerhaft auf eine Belastung negativ reagiert. Dann erst verschlechtert sich die Gesundheitheit. Wirkt etwas nur zeitweilig und sind Effekte reversibel (sich allein zurückbildend), dann liegt oft nur eine Befindlichkeitsstörung vor. Eine Gefährdung ist sehr ernst und muss auch schlüssig bewiesen werden. Ein Effekt des Körpers stellt a prori noch keine Gefährdung dar. Siehe oben.
Die Begriffe werden häufig zufällig, aus Unkenntnis oder auch absichtlich durcheinander gewirbelt und falsch benutzt. "Danger and Sex sells"
Mancher Auftrag wird schon mal gern an Land gezogen unter Hinweis auf mögliche gesundheitliche Gefährdungen. Vorsicht: Messinstitut!

Reale und empfundene Gefahren.
Der Mensch urteilt meist nicht nach dem realen Gefärdungspotenzial. Denn dann dürften Sie nicht über die Strasse gehen. Die Psychlogie lehrt uns, dass wir nur nach dem empfundenen Gefährdungspotenzial urteilen. Extrembeispiele:
1) Atomkraftwerk / Elektrosmog / Dioxine: Real kaum vorhandene Gefährdung der Gesamtbevölkerung. Empfundene Gefährdung: HOCH
2) Strassenverkehr bei 160 km/h auf der Autobahn: Real hohes Gefährdungspotenzial. Empfundene Gefährdung: Recht niedrig, jedoch auch abhängig vom gefahrenen Auto. Individuell als ganz besonders niedrig beurteilt in Fahrzeugen der Marken BMW, Audi und Porsche.
3) Zigarettenrauchen: Raelgefährdung: Extrem hoch. Empfundene Gefahr für Raucher: Sehr niedrig. Besonders niedrig empfunden von Personen mit einem Konsum von 20 und mehr Zigaretten pro Tag. Der Großvater dieser Personen hat immer noch deutlich mehr geraucht und ist immer 90 Jahre alt geworden. Statistische (und damit reale) Gefahren werden eben auch immer nicht empfunden.

Der Arzt hilft bei gesundheitlichen Beschwerden
Vorsicht vor Sachverständigen und Meßinstituten, die den Gang zum Arzt nicht empfehlen. Für körperliche Beschwerden gibt es nur einen Ansprechpartner: Den Arzt. Nur der darf in Deutschland individualbezogene gesundheitliche Aussagen treffen. Es ist oft erstaunlich, wie zielgerichtet manche Meßinstitute und "Sachverständige" behaupten, eine gesundheitliche Reaktion sei auf eine Umweltbelastung zurückzuführen. Vor allem dann ist es befremdlich, wenn die Aussage von jemandem stammt, der noch nie ein Semester Medizin studiert hat. Ingenieure, die meist in den Meßinstituten arbeiten, dürfen keine individualbezogenen Aussagen machen - wenn Sie es trotzdem tun, pfuschen sie den Ärzten ins Handwerk. Dann hilft es oft weiter, die Ärztekammer zu informieren.

Auch Ingenieure können und sollen aber sehr wohl allgemeine (nicht auf das Individuum bezogene) gesundheitliche Wirkungen nach der Literaturlage beurteilen - das gehört sogar zur Sachkunde. Deshalb wird ein guter Sachverständiger zumindest auf Nachfrage auch die Literaturstellen benennen können, nach denen er urteilt. Damit werden auch seine Aussagen nachprüfbar.

Baubiologen
Wie der Begriff "Sachverständiger" ist auch der Begriff "Baubiologe" nicht geschützt. Der Baubiologe muss weder etwas vom Bau noch von der Biologie verstehen - geschweige denn Bauingenieur oder Biologe sein. Ausbildungen zum Baubiologen werden kommerziell angeboten. Die Prüfungen der Institute sind in der Regel nicht schwer, den wer will sich seine eigene Kundschaft vergrätzen, die zudem viel Geld für solche Kurse zahlt? Für baubiologische Kurse gibt es in der Regel keine Eignungs- oder Zugangsvoraussetzungen. Eine akademische Ausbildung, die ein zwingend notwendiges Grundwissen vermittelt, wird nicht gefordert. Folglich findet sich in dieser Gilde ein buntes Publikum, die oft mit zweifelhaften Methoden und Bewertungsmaßstäben agiert. Da werden schulmedizinisch akzeptierte und vermutete Wirkungen von Innenraumschadstoffen ("...aus Vorsorgegesichtspunkten") oft bunt gemischt. Baubiologische Grenzwerte sind dann oft nochmals von ganz besonderer Güte. Weiss man über Belastungen uaf die Gesundheit nicht genug, so werden häufg eigene Grenzwerte gesetzt, die von den schulmedizinisch anerkannten Werten oft Größenordnungen entfernt liegen. Auch hier wird oft der "Vorsorgegesichtspunkt" ins Feld geführt. Was so gut und fürsorglich klingt, ist oft wissenschaftlich nicht haltbar. Beispiel: Elektrosmog. Wissenschaftlich nur ungemein schwer greifbar. Trotzdem meist negativ beurteilt.

Genug verwirrt? Dann haben wir unser Ziel erreicht. Nämlich daß Sie kritisch sind, wenn es um Messinstitute und selbst ernannte Sachverständige geht.

Wenn Sie eine Liste mit öffentlich und bestellten Sachverständigen im Internet suchen werden Sie fündig unter http://svv.ihk.de . Sachverständige für Schadstoffe in Innenräumen finden Sie unter dem Suchbegriff "Immissionen", Kennziffer 4400.

Noch etwas: Wenn Sie möchten, dass eine bei Ihnen vorhandene Belastung ganz gefährlich ist: Rufen Sie einen Kollegen an, der in der Mehrzahl Privatpersonen bedient und noch neu im Geschäft ist. Die Lage bringt es meist mit sich, dass Gefährdungen durch solche Kollegen meist deutlich kritischer beurteilt werden. Warum das so ist, darüber denke ich dauernd nach...


 

Dieser Beitrag ist ganz bewusst nicht mit der sonst üblichen Sachlichkeit abgefasst worden.


Verantwortlich f.d. Inhalt:Dipl.-Ing. Michael Obeloer , biomess Ingenieurbüro ö.b.u.v. Sachverständiger für Schadstoffe in Innenräumen

NEWS

Seit Januar 2015 ist die VDI- Richtlinie 2047-2 "Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen" in Kraft. Informieren Sie sich hier wie biomess Sie bei der Einhaltung der Betreiberpflichten unterstützen kann.

Labordienstleitungen VDI 6022: Wir können Ihnen alle benötigten Labordienstleitungen anbieten, die Sie zur Durchführung von Hygieneinspektionen an RLT-Anlagen nach VDI 6022 benötigen. Weitere Informationen finden Sie hier oder direkt in unseren Onlineshop.

Probenahmepumpe für Asbest, PCB und andere Schadstoffe: Unsere neu konstruierte Probenahmepumpe BPP 4-8 zur Probenahme von Raumluftproben zur Untersuchung auf Asbest, KMF, PCB und anderen Schadstoffen ist jetzt erhältlich. Die BPP 4-8 ist auf einfachste Bedienung und bestmögliche Transpotabilität optimiert. mehr

Schnelle Faseranalysen: biomess analysiert Asbest und KMF mit eigenem REM (Raster- Elektronenmikroskop). Die Analytik ist auch über Nacht und an Wochenenden verfübar. Mehr... 

Der OnlineShop: Tests auf Schadstoffe selbst durchführen.

Hygieneinspektion n. VDI 6022 Kompetent, preisgünstig und schnell. Mehr...

Geruch im Haus?
Wir ermitteln die Ursachen! Mehr...

Urinrückstände nachweisen
Schäden durch Hunde- und Katzenurin sind oft bedeutend. Mehr...

Eigenes Labor eröffnet
Seit 2007 betreibt biomess ein eigenes S2- Labor für Schimmeluntersuchungen. Mehr...

Sanosil: Schimmelsanierung ohne Chlor und ohne Gift. Mehr...

Altlastenkataster: Beim Immobilienkauf schützt ein Altlastenkataster vor späteren Überraschungen. Mehr..

Sanierungskonzepte für Asbest, PCB, PCP, PAK, KMF, Schimmel, Quecksilber und Perchlorat

Messung nach Garagenverordnung
CO- Langzeitmessungen nach §15 GarVO. Mehr...