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Flüchtige Organische Verbindungen

Vorkommen / mögl. Quellen in Innenräumen

Die wichtigsten Stoffgruppen werden im nachfolgenden einzeln näher beschrieben:

Alkohole

Niedrige Alkohole wie z. B. Ethanol oder Propanole kommen in sehr vielen Haushaltsprodukten wie z. B. Kosmetika , Reinigungsmittel sowie Desinfektionsmitteln vor. Seltener erfolgt ihr Einsatz als Lösungsmittel z. B. in Farben (Ausnahme: Biofarben). Dazu werden aber schwerer flüchtiger Alkohole wie z. B. Butanol durchaus eingesetzt. Die weite Verbreitung in den Haushaltsprodukten und die hohen Mengen an Trinkalkohol (Ethanol) führen dazu, daß Alkohole bei Messungen in fast jedem Haushalt nachgewiesen werden können.

Aromatische Kohlenwasserstoffe

Unter der Gruppe der aromatischen Kohlenwasserstoffe versteht man die Verbindungen Benzol, Toluol und Xylole (BTX-Aromaten). Vielfach wird auch Ethylbenzol als weitere Verbindung dazugerechnet (BTEX-Aromaten). BTX-Aromaten waren in der Vergangenheit häufig anzutreffende Lösungsmittel in Kunstharzlacken und Klebern, wurden aber aufgrund des nachgewiesenen kanzerogenen Potentials zunehmend durch andere Verbindungen ersetzt.

Benzol ist heute in der Umwelt allgegenwärtig vorhanden, da es ein Bestandteil im Benzin ist. Hier ist bis zu 5% Benzol als Bestandteil im Kraftstoff erlaubt.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe

Unter halogenierten Kohlenwasserstoffen versteht man Kohlenwasserstoffverbindungen, die zusätzlich Atome aus der Gruppe der Halogene (Chlor, Brom, Fluor u. a.) enthalten. Die halogenierten Kohlenwasserstoffe haben sich als besonders umweltschädlich erwiesen, da sie u.a. für den Abbau der Ozonschicht verantwortlich gemacht werden. Derartige Verbindungen werden derzeit noch in gößerer Menge in z. B. chemischen Reinigungen eingesetzt (Perchlorethylen). Auch in Abbeizern und Entfettungsmitteln sowie Ledersprays waren Verbindungen wie Dichlormethan, Dichlorethan sowie Di- und Trichlorethylen vorhanden. Aufgrund der Umweltschädlichkeit wurden halogenierte Kohlenwasserstoffe in der Vergangenheit zunehmend durch andere Stoffe ersetzt und haben deshalb heute nur noch eine untergeordnete Bedeutung.

Terpene

Die Stoffgruppe der Terpene findet in vielen Farben, insbesondere in Biofarben, verstärkt Anwendung. Ausgenutzt wird dabei, daß viele der Terpene eine hohe geruchliche Akzeptanz finden, da sie auch im Kiefernöl (a- und b-Pinen) und vielen Zitrusfrüchten (Limonen) enthalten sind. Auch als Duftstoffe bzw. ätherische Öle für Duftlampen werden Terpenverbindungen in Innenräumen oft in größerer Menge freigesetzt. Oft sind auf Terpene basierende Lösungsmittel als besonders "mild und verträglich" deklariert, da darauf hingewiesen wird, daß natürliche Inhaltsstoffe enthalten sind.

Terpene geraten aber zunehmend in das Kreuzfeuer der Kritik, da von vielen dieser Verbindungen eine allergisierende Wirkung vermutet wird oder schon bestätigt ist.

Ketone

Ketone wie z. B. Aceton oder Diethylketon sind häufig in Klebstoffen (Allesklebern) und als Universal-Lösungsmittel im Handel. Auch Nagellackentferner enthält in der Regel größere Mengen Aceton.

Aldehyde

Höhere Aldehyde können aus einigen Baustoffen wie z. B. schlechten Linoleumböden ausgasen. Sie werden allerdings nur relativ selten bei darauf ausgerichteten Analysen angetroffen. Die niedrigeren Aldeyde wie z. B. auch Formaldehyd sind in vielen Desinfektionsmitteln enthalten. Auch Harnstoff- Formaldehyd -basierte Leime enthalten niedere Aldeyhde - insbesondere Formaldehyd - in größeren Mengen. Da die schleimhautreizende Wirkung von Formaldehyd in der Zwischenzeit hinreichend bekannt ist, wird auf ihre Anwendung in vielen Fällen schon verzichtet bzw. der Gehalt an Aldehyden reduziert. Oft erfolgt auch eine Substitution in derartigen Leime durch Phenolharze. Das Formaldehydproblem in Innenräumen existiert zwar vielerorts immer noch, hat aber zunehmend an Bedeutung verloren. Trotzdem werden in fast allen Wohnungen aufgrund des weitläufigen Gebrauchs von Formaldehyd - haltigen Mitteln geringe Formaldehydkonzentrationen nachgewiesen. Diese erreichen aber nur in Ausnahmefällen gesundheitlich belastende Werte.

Beurteilungsmöglichkeiten von Lösemittelbelastungen

MAK- Werte
Maximale Arbeitsplatzkonzentrationswerte (MAK-Werte) sind zur Beurteilung von Lösemittelbelastungen in Innenräumen nicht geeignet. Die MAK-Werte wurde für Einzelsubstanzen entwickelt und gelten deshalb nicht für Stoffgemische, so wie sie in den meisten Wohnungen vorliegen. Außerdem werden MAK-Werte für eine berufliche Belastung von max. Schichtlänge (8 Stunden) angesetzt und können auch aus diesem Grunde nicht in Wohninnenräumen geltend gemacht werden. Aus den vorgenannten Gründen ist eine Beurteilung auf der Basis von MAK- Werten nur im arbeitsmedizinischen Bereich angebracht.

Beurteilung nach der BGA-Untersuchung
Zur Abschätzung einer Belastungssituation in Wohnräumen können die Ergebnisse der Studie, die 1985/86 vom Umweltbundesamt in Auftrag gegeben und von Bundesgesundheitsamt (BGA) durchgeführt wurde, herangezogen werden. Im Rahmen der sogenannten BGA-Studie "Messung und Analyse von Umweltbelastungsfaktoren in der Bundesrepublik Deutschland" wurde die Innenraumluft von 479 repräsentativ ausgewählten, "unbelasteten" Haushalten in Bezug auf organische Verbindungen untersucht. Dabei sind Informationen über die tatsächliche

Schadstoffbelastung der Allgemeinbevölkerung in Innenräumen erhalten worden. Einerseits sind in dieser Untersuchung nur Wohninnenräume untersucht worden, andererseits auch eine ausreichend hohe, statistisch signifikante, Anzahl davon. In der Studie wurden sog. "Percentilwerte" ermittelt. Das 90- Percentil beschreibt die Konzentration, die in 90% der in der vorgenannten Studie untersuchten Wohnungen unterschritten wurde. Der 90- oder der 95-Percentilwert wird deshalb auch oft als Beurteilungskriterium einer möglichen Belastung angesetzt.

Beurteilung mit Summenparametern
Eine weitere Bewertungsmethode ist die Summenparameterbildung. Diese Summenwerte basieren darauf, daß mehrere FOVs meist gleichzeitig in der Raumluft anzutreffen sind und ihr Wirkungspotential oft ähnlich ist. Um eine Unterscheidung des Wirkungspotentiales unterschiedlicher Stoffe trotzdem vorzunehmen, werden Summen aus Konzentrationen von Stoffgruppen gebildet (z.B. die Summe der Konzentrationen aller Aromaten). Wie jede Summe gibt diese dann keinen Aufschluß mehr über die Konzentration von Einzelstoffen. Über relevante Summenwerte liegen nicht sehr viele Ausführungen in der Literatur vor und es ist deshalb oft schwierig, aussagekräftige Beurteilungsmaßstäbe zu finden.

Summenparameterwerte zu definieren ist auch nur sinnvoll, wenn :

  • a) ein Substanzgemisch sehr vieler Stoffe in unterschiedlicher und teils erhöhter Konzentration vorliegt oder es anzunehmen ist, daß (z.B. nach einer erfolgten Renovierung) höhere Konzentrationen einer Vielzahl von Stoffen vorliegen und
  • b) die angewandte Analysemethodik Stoffe in hinreichend großer Anzahl (mindestens 30- 40 verschiedene Stoffe) auch vollquantitativ bestimmt.

Auf der Basis der vorgenannten BGA- Studie zur Innenraumluftbelastung in Wohnungen der Bundesrepublik empfahl SEIFERT (1990) die Einführung eines Interventionswertes von 25.000µg/m³ und eines Zielwertes von 300µg/m³ für die Summe aller FOV, d.h. von allen gemessenen leichtflüchtigen aromatischen, aliphatischen und anderen Kohlenwasserstoffen. Oberhalb des Interventionswertes könnten toxische Wirkungen auftreten, während bei Einhaltung des Zielwertes Gesundheitsbeeinträchtigungen nicht zu erwarten seien.

Abgeleitet aus den vorgenannten Werten werden derzeit in der Innenraumluft- Kommission des BGA Interventions- bzw. Zielwerte für Summen und Einzelwerte einzelner Stoffgruppen bzw. einer Stoffgruppe angehörender Einzelsubstanzen diskutiert. Die in der Diskussion befindlichen Daten sind in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt.

Stoffgruppen

Zielwert

[µg/m³]

Interventionswert

[µg/m³]

Summe FOV

300

25.000

Aromaten
Summe (o.Benzol)
Einzelsubstanz


50
25


4.000
2.000

Alkane
Summe
Einzelsubstanz


100
30


8.000
2.500

Terpene
Summe
Einzelsubstanz


30
15


2.500
1.250

Ester (Acetate)
Summe
Einzelsubstanz


20
10


1500
750

Alkohole
Summe
Einzelsubstanz


50
25


400
200

Chlorierte Kohlenwasserstoffe
Summe
Einzelsubstanz


30
15


2500
1250

Ketone u. Aldehyde (o. Formaldehyd)
Summe
Einzelsubstanz


20
10


1500
750

Tabelle : Summenparameter zur Bewertung von FOV- Konzentrationen

Andere Grenz- und Richtwerte

Für Belastungen durch Perchlorethylen (Per, halogenierter Kohlenwasserstoff) existiert ein Grenzwert von 100µg pro Kubikmeter nach Bundes- Immissionsschutz - Verordnung (BImschV).

Für Phthalate wurde ein Empfehlung der Berliner Senatskommission von wemiger als 0,7 Mikrogramm pro Kubikmeter ausgesprochen.

Wie können Wohnungen mit einer Lösemittelbelastung saniert werden?

Durch ihre oft leichtflüchtige Natur "saniert" sich eine in Wohnungen vorliegende Lösemittelbelastung oft selbst durch das Verdunsten der Verursacher innerhalb von Stunden, Tagen oder Wochen. Bei schwerer flüchtigen Mitteln (z.B. Terpenen, Acetaten u.a.) kann dies aber bis zu einigen Monaten, in Einzelfällen auch darüber hinaus dauern.

Bei durch Lösemitteln verursachten Beschwerden hilft dann oft nur das konsequente Entfernen erkannter oder möglicher verursachender Bauteile oder Einrichtungsgegenstände.

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