Home • Kontakt • Impressum • Sitemap 

Lüftungsanleitung

Richtig lüften - anders als zuvor

Hurra, die Fenster sind dicht! Kaum mehr Wärmeverluste durch undichte Fugen. Auch die Schalldämmung wurde verbessert. Vielleicht haben wir uns mit Dichtungsbändern, Dichtmassen oder Kunststoff-Dichtleisten selbst geholfen. Vielleicht wurden auch Fenster eingebaut, deren Falzdichtungen "weichfedernd, elastisch, alterungsbeständig und leicht auswechselbar" sind, wie es zurn Beispiel in der DIN 4109, Ergänzende Bestimmungen vom September 1975 zum Schutz gegen Außenlärm, steht. Also dichte Fenster, oder so gut wie dicht. Aber bringt dieser Vorteil nicht auch Konsequenzen mit sich?

Als wir noch undichte Fenster hatten, fand ein natürlicher Luftwechsel zwischen drinnen und draußen statt. ja nach dem Ausmaß der Undichtigkeiten, je nach Windanfall, vollzog sich unmerklich eine ständige Lufterneuerung in den Räumen. Ganz nach Belieben und nach unserem Empfinden wurde gelüftet, mal mehr, mal weniger, im kalten Winter noch weniger, versteht sich.

Jetzt aber, bei abgedichteten Fenstern, stehen wir vor einer ganz neuen Situation. Wir müssen lernen, ihr gerecht zu werden. Wir sind jetzt mit der Raumluft allein. Ein natürlicher Luftwechsel findet kaum mehr statt. Aber der Mensch gibt nach wie vor Wärme und auch Feuchtigkeit an die ihn umgebende Raumluft ab. Von der Wärmeabgabe können wir über Thermostat-Ventile an den Heizkörpern profitieren. Die Feuchtigkeitsabgabe an die Raumluft beträgt pro Person und Stunde etwa 30 bis 50 Gramm. Bei einer Party mit Tanz ist es noch viel mehr.

Gefahr von Schimmelbildung

Der Wasserdampfgehalt der Raumluft steigt an. Besonders bei Altbauten, bei deren Herstellung noch keine hohen Anforderungen an den Wärmeschutz bestanden, kann es jetzt eher als zuvor zur Bildung von Kondenswasser an zu kalten Bauteiloberflächen kommen. Die Gefahr einer Schimmelbildung wächst. Dies gilt besonders für Raumecken und Raumkanten an Außenwänden oder in Fensterlaibungen.

Jetzt heißt es lüften. Anders als zuvor. Das Ausmaß eines jeweils erforderlichen Lüftens ist von vielen Faktoren abhängig. Zum Beispiel von der Raumnutzung (Wohrraum, Schlafraum, Küche, Bad), oder von dem Grad der Luftverunreinigung im Raum. Auch die Form des Raumes, die Lage und Anzahl der Fenster spielen eine Rolle. Hinzu kommt noch die Luftbewegung im Freien, ob der Wind weht, oder gerade Windstille herrscht. Wie viele Menschen beherbergt die Wohnung? Werden oft Gäste erwartet?

Am besten querlüften

Bei diesen vielen "Unbekannten" ist es zwar nicht möglich, genaue Lüftungsregeln aufzustellen, man kann jedoch Anregungen geben, die zu neuen Lüftungsgewohnheiten führen. Lüftungsdauer: Im Winter ist Kurzlüften die Devise. Der erforderliche Luftwechsel ist meist recht schnell erreicht, besonders wenn es möglich ist, den Raum, die Wohnung, das Haus quer zu durchlüften. Dabei werden gegenüberliegende Fenster und eventuell dazwischenliegende Türen weit geöffnet. Bereits wenige Minuten Querlüftung reichen aus.

Kurzlüften ist besser als Langlüften. Durch langes Lüften wird nicht nur die Luft Im Raum ausgetauscht, sondem es werden auch die inneren Bauteiloberflächen soweit abgekühlt, daß die nachher erst wieder teuer erwärint werden müssen. Auch besteht die Gefahr, daß sich auf den stark abgekühlten Oberflächen nachher Feuchtigkeit aus der Raumluft niederschlagen kann. So können Betten klamm werden.

Also Kurzlüften, nun bei "dichten" Fenstern, überlegter als zuvor. Es empfiehlt sich, das ganze Luftvolumen der Wohnung, des Hauses, mehrfach täglich schnell auszutauschen: morgens, bevor die Heizkörper richtig warm werden. Dabei die Betten kräftig durchschütteln, durchlüften. Jetzt auch mal die Schranktüren offenlassen. Das Gleiche nach den Mahlzeiten, oder bevor Gäste kommen und kurz vor dem Zubettgehen.

Luftfeuchtigkeit abführen

Im Wohnraum werden wir beobachten, daß dieses Kurzlüften meist ausreicht, um für Stunden Behaglichkeit zu bieten. Kommen viele Menschen zusammen, wird getanzt und geraucht, müssen wir das Spielchen wiederholen. Über dem Herd in der Küche sollte ein Wrasenabzug mit Ventilator für den Abzug der Kochdünste sorgen. In Bad und WC wird stets nach Benutzung kurz gelüftet. Für eine Querlüftung sorgt eine Zuluftöffnung im Türbereich. Nach dem Wannen- oder Duschbad ist solange zu lüften, bis die hohe Luftfeuchtigkeit nach außen abgeführt ist. Fenster weit öffnen, nach Abzug des Wasserdampfes wieder schließen, sonst kühlen wie gesagt die Bauteiloberflächen zu stark ab. In Schlafräumen werden nach den morgendlichen Durchlüften die Fenster tagsüber meist geschlossen sein. Nachts wird man die abgedichteten Fenster einen kleinen Spalt geöffnet belassen müssen.

Ohne Zweifel sind wir durch das Abdichten der Fenster und Türen in eine Zwickmühle geraten. Erst dichten wir ab, um Energie zu sparen, dann reißen wir die Fenster auf und die teuer erwännte Raumluft geht wieder verloren.

Innenlüftung wird wichtiger

Wir müssen lüften können, ohne die Fenster öffnen zu müssen! Schon sind Fenster mit zusätzlichen Lüftungseinrichtungen auf dem Markt, die bei Bedarf betätigt werden können. Die Schlitzlüftung ist seit Jahren bekannt.

Auch bekommt die Innenlüftung große Bedeutung. Innenliegende Lüftungsschächte kennen wir seit langer Zeit für Innenbäder und Küchen. Warum sollen wir über diesen Weg nicht auch für Wohn- und Schlafräume unsere Zuluft von außen holen? Sie könnte über Wärmetauscher sogar vorgewärmt den Räumen zugeführt werden. Dann kann je nach Bedarf auch bei geschlossenen Fenstern und Türen gelüftet werden, ohne daß ein zusätzlicher Energlebedarf, zum Beispiel für Ventilatoren, entsteht.

Der vorliegende Artikel stammt von Prof. Peter Reimitz, Leiter des Instituts für Bauphysik und Lärmschutz

Stand: 3.1.2002

NEWS

Seit Januar 2015 ist die VDI- Richtlinie 2047-2 "Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen" in Kraft. Informieren Sie sich hier wie biomess Sie bei der Einhaltung der Betreiberpflichten unterstützen kann.

Labordienstleitungen VDI 6022: Wir können Ihnen alle benötigten Labordienstleitungen anbieten, die Sie zur Durchführung von Hygieneinspektionen an RLT-Anlagen nach VDI 6022 benötigen. Weitere Informationen finden Sie hier oder direkt in unseren Onlineshop.

Probenahmepumpe für Asbest, PCB und andere Schadstoffe: Unsere neu konstruierte Probenahmepumpe BPP 4-8 zur Probenahme von Raumluftproben zur Untersuchung auf Asbest, KMF, PCB und anderen Schadstoffen ist jetzt erhältlich. Die BPP 4-8 ist auf einfachste Bedienung und bestmögliche Transpotabilität optimiert. mehr

Schnelle Faseranalysen: biomess analysiert Asbest und KMF mit eigenem REM (Raster- Elektronenmikroskop). Die Analytik ist auch über Nacht und an Wochenenden verfübar. Mehr... 

Der OnlineShop: Tests auf Schadstoffe selbst durchführen.

Hygieneinspektion n. VDI 6022 Kompetent, preisgünstig und schnell. Mehr...

Geruch im Haus?
Wir ermitteln die Ursachen! Mehr...

Urinrückstände nachweisen
Schäden durch Hunde- und Katzenurin sind oft bedeutend. Mehr...

Eigenes Labor eröffnet
Seit 2007 betreibt biomess ein eigenes S2- Labor für Schimmeluntersuchungen. Mehr...

Sanosil: Schimmelsanierung ohne Chlor und ohne Gift. Mehr...

Altlastenkataster: Beim Immobilienkauf schützt ein Altlastenkataster vor späteren Überraschungen. Mehr..

Sanierungskonzepte für Asbest, PCB, PCP, PAK, KMF, Schimmel, Quecksilber und Perchlorat

Messung nach Garagenverordnung
CO- Langzeitmessungen nach §15 GarVO. Mehr...