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Mykotoxine - "Schimmelgifte"

Viele Schimmelpilze setzen als sekundäre Stoffwechselprodukte Gifte frei. Diese dienen dem Schutz ihres Lebensraumes vornehmlich zur Verteidigung gegen ihre Nahrungskonkurrenten, den Bakterien. Derartige Mykotoxine (Pilzgifte) sind von den Hutpilzen wie dem Knollenblätterpilz als äußerts stark toxisch (giftig) bekannt. Auch die Gifte einiger Schimmelpilze sind sehr potent und deshalb werden entstehende Krankheitsbilder, die durch Schimmel verursacht werden können, auch oft der Mykotoxinwirkung zugeschrieben. Ganz ausgeschlossen ist das nicht. Viele Schimmelgifte sind bekannt, darunter das Satratoxin vom Pilz Stachybotrys und das Aflatoxin einiger Aspergillenarten.

Auch bei den Antibiotika wie z.B. Penicillin handelt es sich um nichts anderes als Mykotoxine. Sie wirken besonders effektiv gegen Bakterien und werden deshalb auch als Heilmittel genutzt. Mit den Mykotoxinen verteidigen die Schimmelpilze ihren Lebensraum auch gegen ihre Nahrungskonkurrenten, die Bakterien.

Primär werden Mykotoxine in das Nährsubstrat abgegeben. Eine Freisetzung in die Raumluft könnte deshalb nur durch Verdampfen erfolgen oder aber über die abgegebenen Sporen und Myzelbruchstücke, von denen bekannt ist, dass sie beide Mykotoxine enthalten. Ein Einatmen sehr hoher Sporenmengen kann deshalb zu schweren Krankheitsbildern führen, die als Farmerlunge, toxische Alveolitis und anderen Bezeichnungen bekannt sind. In der Innenraumluft werden aber derart hohe Sporenmengen fast nie angetroffen. Auch hier muss die Dosis / Wirkungsbeziehung des Giftes beachtet werden.

Das Verdunsten von Mykotoxinen und Freigabe in die Innenraumluft aus verdeckten Schimmelquellen setzt voraus, dass die Flüchtigkeit der Mykotoxine so hoch ist, dass relevante Mengen in die Raumluft übertreten können. Die physikalische Größe, die dafür ausschlaggebend ist, heisst Dampfdruck. Für die gängigen Mykotoxine liegen aber keine oder nur unzureichende Dampfdruck - Daten vor.

Mykotoxin - Nachweise in der Innenraumluft sind schon oft versucht worden - bislang ohne greifbare Ergebnisse für Wohnungen und Büroräume. Das kann entweder bedeuten, dass keine signifikanten Mengen freigesetzt werden, oder aber, dass die bislang angewandten Verfahren zu unempfindlich zum Nachweis sind. Toxizitätsdaten zur Wirkung von Mykotoxinen bei chronischer Aufnahme (langanhaltend, aber nur äußerst geringe Mengen) liegen ebenfalls nicht vor. Hier ist Forschungsbedarf gegeben.

Viele Mykotoxine sind auch durch Erhitzen nicht zu zerstören und wir nehmen Mykotoxinmengen auch über die Nahrung auf. Verschimmeltes Brot sollte deshalb nicht gegessen werden, weil es  Mykotoxin enthält. Aber auch über verschimmeltes Getreide und andere Quellen nehmen wir gewisse Mykotoxinmengen auf. Unter anderem enthält auch Tierfleisch Mykotoxine, weil sie im Stoffwechsel der Tiere nicht oder nur wenig abgebaut werden und in das Fleisch übergehen können. Entsprechende Untersuchungen haben dies belegt. Wenn die Menge an Mykotoxinen gering genug ist, macht das auch nicht viel aus und wir werden dadurch nicht krank.

Bei Mykotoxingehalten in der Raumluft hat die Forschung bislang zu wenig Ergebnisse geliefert. Bis zur Veröffentlichung entsprechender Untersuchungsergebnisse muss also weiter gelten: Es könnte sein, dass verdeckte Schimmelschäden Wirkungen infolge Mykotoxinanreicherung in der Innenraumluft zeigen können - aber bislang wissen wir zu wenig darüber.

Eine Vergiftung durch Mykotoxine wird als Mykotoxikose bezeichnet. Für die Entstehung einer Mykotoxikose in Innenräumen kommen einige Pilze in Frage, u.a. Fusarium, Trichoderma viride, Stachybotrys atra, Aspergillenarten). Mykotoxikosen im Innenraum sind bisher jedoch nur für Stachybotrys atra durch Kasuistiken in der Literatur beschrieben worden und diese Schilderungen hielten zum Teil einer kritischen Prüfung nicht stand. Stachybotrys atra ist ein ubiquitär vorkommender, Zellulose spaltender saprophytischer Schimmelpilz, der toxische Stoffwechselprodukte wie z.B. Trichothecene und Satratoxin bildet. Forscher fanden bei einer Familie, deren Mitglieder u.a. an Hautausschlag, einer irritativen Atemwegssymptomatik, Schmerzen im Brustkorb und Durchfall litten, Stachybotrys atra im Isolationsmaterial des Fußbodens und in einem Luftschacht. Stachybotrys war in dem Fall der dominierende Luftkeim. Trichothecene wurden sowohl aus Sporen als auch aus dem Staubextrakt qualitativ nachgewiesen.

Akute Lungenblutungen beziehungsweise Lungenhämosiderosen wurden in den Jahren 1993/94 bei 10 Kindern in einem Stadtgebiet von Cleveland/Ohio (bekannt geworden als "Cleveland- Babies")diagnostiziert. In einer Fallstudie mit 30 nicht betroffenen Kindern aus demselben geographischen Gebiet wurden signifikant häufiger massive Feuchtigkeitsschäden in den Häusern der Kinder mit der akuten Lungensymptomatik nachgewiesen. Die Häufigkeit von Schimmelpilzen in den betroffenen Häusern, insbesondere von Stachybotrys atra, war ebenfalls signifikant höher in den Häusern der Kinder ohne Lungenblutungen. Der Sachverhalt hielt aber einer kritischen Prüfung nicht in allen Punkten stand.

Endotoxine stammen nicht von Schimmelpilzen. Endotoxin ist die Bezeichnung für Gifte, die von (gram-negativen) Bakterien stammen.

Weitere Infos zu Mykotoxinen:

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