Home • Kontakt • Impressum • Sitemap 

PCB

Als polychlorierte Biphenyle (PCB) wird die Gruppe chemischer Verbindungen bezeichnet, in der zwei Aromatenringe über eine Einfachverbindung verbunden sind. An den Aromatenringen sind jeweils ein oder bis zu fünf Chloratome gebunden. Abhängig von der Anzahl der Chloratome und deren Stellung an den Ringen sind somit insgesamt 209 verschiedene Verbindungen (Kongenere) möglich. Um diese kurz zu benennen, hat Balschmitter diese systematisch erfasst, kategorisiert und ihnen einzelne Nummern zwischen 1 und 209 zugeordnet. Nach dieser Benennung werden die unterschiedlichen Kongenere auch als Balschmitter- Kongenere bezeichnet.

PCB sind geruch- und geschmacklos und können auch in hohen Konzentrationen deshalb nicht wahrgenommen werden. PCB fanden aufgrund ihrer physikalischen und chemischen Eigenschaften (geringe Wärmeleitfähigkeit, hohe Dielektrizitätskonstante, gute Alterungs- und Temperaturbeständigkeit, geringe Entflammbarkeit) eine breite technische Anwendung als Weichmacher (z.B. in Fugendichtungsmassen und Kunststoffen) und Flammschutzmitteln (z.B. als Beschichtung von Deckenplatten). Die hohe Dielektrizitätskonstante ermöglichte weiterhin einen breiten Einsatz als Dielektrikum in Kondensatoren. Fugendichtmassen enthielten in den 60er und 70er Jahren bis zu 25% PCB als Weichmacher. Auch das weitere Anwendungsspektrum war sehr breit und auch Durchschreibpapier, Farben, Lacke und Tinten enthielten beträchtliche Anteile an PCB. 

Ihre schädlichen Eigenschaften für Gesundheit und Umwelt wurden erst später erkannt. PCB reichert sich im Fettgewebe innerhalb der Nahrungskette an und hat aufgrund der strukturellen Ähnlichkeit mit Dioxinen und Furanen eine hohe chronische Toxizität. Der Einsatz von PCB in offenen Systemen (z.B. als Fugendichtungsmasse mit der Möglichkeit des Übergangs in die Raumluft) wurde bereits 1978 gesetzlich untersagt. In diesem Bereich wurden für z.B. Klebstoffe, Anstrichmittel, Dichtungsmassen ca. 24.000 t PCB eingesetzt. Über den Verbleib dieser Menge liegen genauere Kenntnisse nicht vor; es ist aber davon auszugehen, daß der größte Teil mit dem Hausmüll entsorgt wurde. Aufgrund der großen Anwendungsbreite und der fehlenden Kennzeichnung von PCB-haltigen Produkten war und ist eine ordnungsgemäße Entsorgung der PCB-Abfälle aus diesem Bereich auf getrennten Wegen kaum möglich.

In den geschlossenen Systemen (wie z.B. Kondensatoren und Hydrauliksystemen) wurden insgesamt 59.000 t PCB eingesetzt, wobei 46.500 t PCB auf die Elektroindustrie und 12.500 t auf Hydraulikflüssigkeiten für den Steinkohle - Bergbau entfielen. Aufgrund der Gefährlichkeit von PCB kommt aus Umweltschutzgründen nur das dauerhafte Fernhalten von der Biosphäre, am besten die Vernichtung, in Frage.

Die Verwendung von PCB wird in Deutschland durch die Verordnung zum Verbot von polychlorierten Biphenylen, polychlorierten Terphenylen (PCT) und zur Beschränkung von Vinylchlorid vom 29.7.1989 verboten. PCB werden in der Bundesrepublik Deutschland auch nicht mehr produziert und verarbeitet, da inzwischen Ersatzstoffe mit ähnlich günstigen Eigenschaften existieren (z.B. Silikonöle, Phthalsäureester). Geregelte Kondensatoren mit mehr als 1 Liter PCB/PCT-haltiger Flüssigkeit mußten bis spätestens zum 31. Dezember 1993 außer Betrieb genommen werden. Bei den übrigen PCB/PCT-haltigen Erzeugnissen galten Übergangsfristen bis 1999.

Bei PCB- Belastungen unterscheidet man zwische Primär- und Sekundärkontaminationen. Primäre Quellen sind diejenigen Materialien, die von sich aus PCB enthalten. Sekundär mit PCB belastete Materialien enthalten originär dagegen kein PCB, sondern sind durch Übertragung aus Primärquellen (z.B. über belastete Luft) verunreinigt und geben das aufgenommene PCB als Ausgasungsquellen wieder an die Raumluft ab.

Die Verbreitung von PCB in der Umwelt findet bislang noch nicht die öffentliche Aufmerksamkeit, die ihr gebührt. Derzeit beschränkt man sich auf die Sanierung von öffentlichen Gebäuden, obwohl zwischenzeitlich bekannt ist, daß viele private Häuser und Wohnungen ebenso belastet sind.

Die Stoffgruppe bedarf einer speziellen Vorgehensweise zur Ermittlung, Messung und Sanierung. Die Kenntnis um die Verbreitung in offenen (z.B. Fugendichtmassen) und geschlossenen Systemen (z.B. in Kondensatoren) versetzt biomess in die Lage, Vorschläge für wirtschaftlich sinnvolle Vorgehensweisen zur Lokalisierung und Sanierung zu erstellen.

NEWS

Seit Januar 2015 ist die VDI- Richtlinie 2047-2 "Rückkühlwerke; Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen" in Kraft. Informieren Sie sich hier wie biomess Sie bei der Einhaltung der Betreiberpflichten unterstützen kann.

Labordienstleitungen VDI 6022: Wir können Ihnen alle benötigten Labordienstleitungen anbieten, die Sie zur Durchführung von Hygieneinspektionen an RLT-Anlagen nach VDI 6022 benötigen. Weitere Informationen finden Sie hier oder direkt in unseren Onlineshop.

Probenahmepumpe für Asbest, PCB und andere Schadstoffe: Unsere neu konstruierte Probenahmepumpe BPP 4-8 zur Probenahme von Raumluftproben zur Untersuchung auf Asbest, KMF, PCB und anderen Schadstoffen ist jetzt erhältlich. Die BPP 4-8 ist auf einfachste Bedienung und bestmögliche Transpotabilität optimiert. mehr

Schnelle Faseranalysen: biomess analysiert Asbest und KMF mit eigenem REM (Raster- Elektronenmikroskop). Die Analytik ist auch über Nacht und an Wochenenden verfübar. Mehr... 

Der OnlineShop: Tests auf Schadstoffe selbst durchführen.

Hygieneinspektion n. VDI 6022 Kompetent, preisgünstig und schnell. Mehr...

Geruch im Haus?
Wir ermitteln die Ursachen! Mehr...

Urinrückstände nachweisen
Schäden durch Hunde- und Katzenurin sind oft bedeutend. Mehr...

Eigenes Labor eröffnet
Seit 2007 betreibt biomess ein eigenes S2- Labor für Schimmeluntersuchungen. Mehr...

Sanosil: Schimmelsanierung ohne Chlor und ohne Gift. Mehr...

Altlastenkataster: Beim Immobilienkauf schützt ein Altlastenkataster vor späteren Überraschungen. Mehr..

Sanierungskonzepte für Asbest, PCB, PCP, PAK, KMF, Schimmel, Quecksilber und Perchlorat

Messung nach Garagenverordnung
CO- Langzeitmessungen nach §15 GarVO. Mehr...