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PCP

Seit den dreißiger bis in die achtziger Jahre wurde Pentachlorphenol (PCP) und sein Natriumsalz (Na-PCP) als Pestizide u. a. in Holzschutzmitteln zur großflächigen, später nur zur kleinflächigen Anwendung eingesetzt. Pentachlorphenol wurde als fungizider Zusatz in Holzschutzmitteln zur Behandlung tragender Gebäudeteile, in Farben und Lacken, Textilien und Leder und bei der Papierherstellung eingesetzt. In geringerem Maße wurde PCP in der Textil-, Papier- und Farbenindustrie verwendet. In Nahrungsmitteln (insbesondere Fisch) ist PCP ist als ubiquitärer Schadstoff in einigen Mikrogramm pro Kilogramm enthalten. Nicht mit Holzschutzmitteln belastete Personen nehmen täglich zwischen 1 und 10 µg PCP, belastete Personen etwa 40 - 60 µg auf. Technisches PCP ist meist durch wechselnde Mengen polychlorierter Dibenzodioxine und -furane (Dioxine und Furane) verunreinigt. Abschätzungen haben ergeben, daß der Dioxineintrag in die Umwelt etwa 1,3 kg Toxizitätsäquivalente, bezogen auf eine PCP-Menge von 750 t im Jahre 1979, betragen haben muß. Bei Holzschutzmitteln ist zusätzlich die Schadstoffwirkung der Lösungsmittel zu berücksichtigen.

Eine Beschränkung der PCP-Verwendung in Innenräumen erfolgte seit Beginn der achtziger Jahre (Deutschland: Verwendungsverbot 1986, Herstellungsverbot 1989). Die Holzbehandlung in Innenräumen bewirkt noch nach Jahren PCP-Konzentrationen in der Innenluft in der Größenordnung von 1 - 10 µg/m³, die auch zu Sekundärkontaminationen anderer Gegenstände und des Staubes führt. Die PCP-Exposition ist aber seit Jahren rückläufig. PCP wird trotzdem heute noch häufig - auch in neuen - Lederprodukten nachgewiesen. Von Schuhen über Polstermöbel bis zu Motorradkombis: in Leder kann PCP enthalten sein. Das liegt häufig daran, dass in Indien (einem der größten Lederproduzentenländer) die Leder häufig in PCP-haltigen Laken über längere Zeit eingelegt werden, um eine Zersetzung zu vermeiden.

Eine Exposition gegenüber PCP in Innenräumen erfolgt durch Einatmen (inhalativ) durch Ausgasung aus behandelten Holzteilen, durch Hautkontakt mit sekundär kontaminierten Einrichtungsgegenständen, Kleidung (vor allem Leder), Hausstaub und durch Verzehr verunreinigter Lebensmittel. Lebensmittel stellen aufgrund der allgegenwärtigen Verbreitung des PCP einen wesentlichen Aufnahmepfad für PCP dar. Es ist jedoch nicht bekannt, welche Lebensmittel in besonderem Maße zu dieser Belastung beitragen. Eine hohe Belastung ist bei Personen anzunehmen, die selbst PCP-haltige Holzschutzmittel verstrichen haben, insbesondere bei unzureichender Lüftung während dieser Tätigkeit. Erhöhte Konzentrationen von PCP in Lebensmitteln nach Anwendung in Innenräumen werden vermutet.

PCP stellt eine schwache Säure, etwa vergleichbar der Essigsäure, dar. Angesichts der relativ geringen Lipophilie ist eine Anreicherung und folglich eine Zunahme der PCP-Belastung mit dem Alter nicht zu erwarten. Dies zeigt sich auch in den gemessenen geringen PCP Konzentrationen in Muttermilchproben.

Inhalativ, dermal oder oral aufgenommenes PCP bindet sich im Blut zu über 90% an Plasmaeiweiße. Im Tierversuch ist PCP kanzerogen. Chronische Vergiftungen durch PCP-Inhalation (Bereich ca. 1 - 10 µg/m³) bedingen meist unspezifische Symptome wie Kopfschmerz, Schwindel, Mattigkeit, ohne daß biochemische, immunologische und die Blutparameter auffällig verändert sein müssen. Inhalativ aufgenommenes PCP findet sich bevorzugt in der Leber und in der Niere wieder; eine höhere Toxizität im Vergleich zu oral aufgenommenem PCP wird diskutiert. Eine Wirkung von PCP auf das periphere Nervensystem wird von einigen Autoren bezweifelt.

PCP zeigt im Tierversuch (Maus) eine eindeutig kanzerogene Wirkung und ist daher von der MAK-Kommission in die Kategorie III A2 eingestuft worden. PCP ist nur schwach gentoxisch. Das von vielen Betroffenen glaubhaft geschilderte chronische Erschöpfungs- und Ermüdungssyndrom bedarf (auch aufgrund der stattgefundenen gemischten Exposition gegenüber einer Vielfalt von Holzschutzmittel-Inhaltsstoffen) einer weiterer wissenschaftlichen Abklärung.

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