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PCP und Lindan

PCP und Lindan waren in den 60er bis in die 80er Jahre hinein die am weitesten verbreiteten Holzschutzmittel und wurden (insbesondere Lindan) auch als Insektenschutzmittel (Insektizid) verwendet. Der sog. Holzschutzmittel- Prozess gegen die Firma Bayer-Desowag wurde geprägt von der Diskussion über diese Mittel, die u.a. unter dem Markennamen Xylamon weite Verbreitung fanden. Der Markenname Xylamon existiert auch heute noch - aber weder PCP noch Lindan sind darin noch enthalten.

Die weite Verbreitung hat aber dazu geführt, dass PCP und Lindan auch heute noch oft nachgewiesen werden. So enthalten unter anderem die Ständerwerke von alten Fertighäusern häufig Lindan. PCP wird in vielen Gebälken und Paneelanstrichen nachgewiesen. Schon damals war die Anwendung von PCP und Lindan in Innenräumen eine Fehlanwendung, da die Mittel für den Gebrauch draußen gedacht waren.

Obwohl PCP und Lindan in zahlreichen Haushalten großflächig eingesetzt wurden und nach Schätzungen etwa 10% der westdeutschen Bevölkerung jahrelang exponiert waren, konnte bis heute von Seiten der Wissenschaft kein einheitliches Krankheitsbild einer chronischen PCP- bzw. Lindan-Vergiftung in diesem Dosisbereich definiert werden. Die Beschwerden sind unspezifisch und heterogen; häufig werden Befindlichkeitsstörungen und neurologische Symptome im Sinne eines chronischen Erschöpfungssyndrom genannt. Hinweise aus der Arbeitsmedizin sind ebenfalls nur begrenzt verwertbar, da sich der Einfluss von Verunreinigungen des PCP, vor allem der Dioxine, nur schwer abtrennen lässt. Vor diesem Hintergrund erscheint es über die Abklärung von Symptomen hinaus derzeit nicht sinnvoll, ein spezifisches Untersuchungsprogramm durchzuführen.

Untersuchungen von Einrichtungs- und Gebrauchsgegenständen (Holz, Leder) können nur die Materalbelastung aufzeigen, nicht jedoch die aufgenommene Menge. Raumluftbelastungen geben nur die durch Atmung aufgenommene Menge an PCP und Lindan wieder.

Es ist bisher nicht mit Sicherheit bekannt, welche Expositionspfade in welchem Ausmaß zur Belastung mit PCP oder Lindan beitragen. Vor allem der Beitrag der Raumluft zur Exposition ist schwer abzuschätzen, da mit Anreicherungen von PCP und Lindan in Lebensmitteln sowie im Hausstaub zu rechnen ist. Bisherige Untersuchungen konnten keinen klaren Zusammenhang zwischen Raumluft und der Körperbelastung aufzeigen; einzelne Befunde weisen aber darauf hin, dass Expositionsabschätzungen auf der Basis von Raumluftmessungen zu einer gravierenden Unterschätzung der tatsächlichen Belastung führen können, weil mögliche andere Pfade (Lebensmittel, Textilien, Hausstaub) nicht ermittelt werden. Hieraus leitet sich die Konsequenz ab, bevorzugt die interne Belastung (durch Blut- oder Urinuntersuchungen) zu ermitteln, die die Gesamtexposition widerspiegelt.

Nur Humanuntersuchungen können aber die Körperbelastung wirklich wiedergeben. Als geeignet ist vor allem die Bestimmung des PCP im Blut bzw. Serum anzusehen. Bei Kleinkindern kann ggfs. auf die Bestimmung des PCP im Urin ausgewichen werden. Lindan wird ausschließlich im Vollblut untersucht. Urinuntersuchungen sind wegen der größeren Anzahl dabei zu bestimmender Metabolite im umweltmedizinischen Dosisbereich problematisch.

Die hohen Anforderungen an die Genauigkeit und Sicherheit der Bestimmung von PCP und Lindan im Blut können zur Zeit nur von wenig Laboren in Deutschland erfüllt werden. Unverzichtbar ist deshalb der Nachweis der Eignung des untersuchenden Labors, vorzugsweise durch ein Zertifikat, dass es erfolgreich an Ringversuchen (z.B. der Deutschen Gesellschaft für Arbeits- und Umweltmedizin) teilgenommen hat.

Bei Belastungen ist eine sofortige Expositionsvermeidung sinnvoll. Da PCP im Körper nicht akkumuliert, nimmt die im Organismus vorhandene Menge schnell ab. Verschiedentlich wurde vorgeschlagen, durch Gabe von Hydrogenkarbonaten und erhöhte Flüssigkeitszufuhr eine vermehrte Ausscheidung des PCP zu erreichen. Eine antioxydative Therapie durch Gabe von Vitamin E, Vitamin C, Beta-Carotin und Selen sowie eine Ölkur sind in ihrer Wirksamkeit stark umstritten.

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Weitere Informationen können beim "Informationsdienst Pestizide und Gesundheit" (IPuG) angefordert werden. Dabei handelt es sich um eine "Wissenstransferstelle" des Projektes "Biozide und Gesundheit" (Arbeitsgruppe Biochemie; Abt. Toxikologie) am Fachbereich 7 der Universität Oldenburg

Adresse: IPuG im FB7 & ICBM
Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Postfach 25 03
26111 Oldenburg
Tel.: 0441/ 798-3777
Fax: 0441/ 798-3777

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