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Pilze für den Drogenkrieg

Seit über zehn Jahren entwickelt die US-Landwirtschaftsbehörde USDA Pilze zur Vernichtung illegaler Drogenpflanzen. 1987 wurde auf einer Koka-Plantage auf Hawaii ein Pilz namens Fusarium oxysporum isoliert, der sich als äußerst effektiver Schädling der Koka-Pflanzen erwies. Mit finanzieller Unterstützung der USDA haben zivile Forscher an der Universität Montana den Pilz zur Einsatzreife weiterentwickelt, für das letzte Jahr waren erste Feldversuche in Kolumbien geplant.

Ein Schädling des Schlafmohns, Pleospora papaveracea, wurde noch im Rahmen des offensiven Biowaffenprogramms der früheren Sowjetunion entdeckt und im Genetischen Institut Taschkent im heutigen Usbekistan gelagert. Dort entdeckten ihn Anfang der 1990er Jahre Mitarbeiter der USDA, die daraufhin die weitere Entwicklung des Pilzes und Feldversuche in Usbekistan finanziell unterstützt haben. In den Laboratorien der USDA in Beltsville, Maryland, wurden bis mindestens zum letzten Jahr Versuche zur Infektiosität des Opium-Killers durchgeführt. Nach Beendigung der Entwicklungsphase steht mittlerweile wohl ein einsatzbereites System zur Verfügung, mit dem erstmals im Frühjahr 2002 die Killerpilze großflächig eingesetzt werden könnten.

Pleospora papaveracea zeigt sich auf Mohn als grünlicher und schwarzer Pulver und befällt Stängel und Blätter. Die russischen Wissenschaftler entwickelten aus dem natürlich vorkommenden Pilz eine aggressivere Variante. Das Ziel des biologischen Angriffs besteht nicht in der Vernichtung der Felder, sondern lediglich in der Infektion der Pflanzen, so dass der Aufwand für die Mohnbauern immer größer wird und die Ernte drastisch zurückgeht. Auch wenn sich der Pilz natürlich selbständig vermehrt, denkt man offensichtlich daran, die Sporen mit Flugzeugen über die Felder zu versprühen.

Letztes Jahr hat die US-Regierung 23 Millionen Dollar für die Entwicklung der Pilze als Waffe zur Drogenbekämpfung freigegeben. Ursprünglich war auch ein 1,3 Milliarden Dollar schweres (militärisches) Hilfsprogramm für Kolumbien an die Bedingung geknüpft gewesen, den Pilz dort einzusetzen. Erst nach massivem Druck der Anrainerstaaten und innerhalb der USA wurden die Pläne für Kolumbien jedoch vorerst auf Eis gelegt - nicht zuletzt auch wegen möglicher Biowaffen-Bedenken der Clinton-Administration. Das Programm in Usbekistan lief jedoch ungebrochen weiter.

Dabei sind die Gefahren evident: Berichte, unter anderem im renommierten Journal of Clinical Microbiology, belegen, dass mit ausgesprühten Pilzsporen zum Beispiel auch beim Menschen eine Fusariose ausgelöst werden kann. Fusarien gehören heutzutage zu den wichtigsten Schadpilzen im Obst- und Gemüseanbau. Zusätzlich können sie giftige Stoffwechselprodukte produzieren, die sogenannten Mykotoxine. Der Kontakt mit konzentrierten toxischen Aerosolen kann ernste Haut- und Atemprobleme zur Folge haben. Gesundheitliche Auswirkungen von Pleospora papaveracea sind relativ unbekannt, da bislang wenig erforscht. Wie bei anderen biologischen Erregern sind auch die Mohnkiller - einmal in der Umwelt freigesetzt - äußerst schwer zu kontrollieren.

Quellen: http://www.sunshine-project.de/infos/aktuelles/05_10_01.html; vdi-nachrichten, 44, vom 2.11.01

Weitere Informationen zu den Pilzen Pleospora papaveracea und Fusarium oxysporum und insbesondere zu den damit verbundenen gesundheitlichen Auswirkungen (in Englisch): http://www.sunshine-project.de/infos/archiv/hintergrund/nr_04.html oder als PDF-Download (3,7 MB): Download als PDF

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