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Stoffinformation Pyrethroide

Was sind Pyrethroide?

Pyrethroide werden als Schädlingsbekämpfungsmittel (Insektizide) eingesetzt. Sie galten in der Fachwelt zunächst als relativ ungefährlich und sollten insbesondere die gesundheitsschädlichen Stoffe Lindan und DDT ersetzen und nur auf Kaltblütler wie Insekten wirken. Dann aber stellte sich heraus, dass lediglich das natürliche, aus Chrysanthemen gewonnene Pyrethrum vergleichsweise unschädlich ist, da es durch UV- Einstrahlung rasch abgebaut wird. Dieser Abbau durch Lichteinstrahlung gilt aber nicht für die synthetischen Gemische von Pyrethroiden, die sich sehr lange halten und sich bevorzugt am Hausstaub binden und weitflächig in der Wohnung verbreiten. Am häufigsten werden folgende Pyrethroide eingesetzt: Permethrin, Cyflutrin, Cypermethrin, Deltramethrin, Febvalerat, Phenothrin, Tetramethrin. Zur Wirkungssteigerung wird oft als Synergist Piperonyl-Butoxid (PBO) eingesetzt.

Pyrethroide werden in Wohnungen z.B. in Woll- und Naturteppichen als Mottenschutz (sog. "Eulanisierung"), in Insektensprays und Elektroverdampfern als Wirkstoff eingesetzt. Außer Wohnungen sind auch Schwimmbäder, Hotels oder Kliniken betroffen, wenn gewerbsmäßige Schädlingsbekämpfer mit derartigen Stoffen arbeiten. In fast allen handelsüblichen Insektenbekämpfungsmitteln (u.a. Paral, Flit, Baygon) sind Pyrthroidwirkstoffe, teilweise auch Wirkungsverstärker wie z.B. PBO enthalten.

Wie wirken Pyrethroide auf den Menschen?

Der Einsatz von Pyrethroiden ist besonders in geschlossenen Räumen als bedenklich, wenn nicht sogar als gefährlich zu bezeichnen. Auch Hinweise auf den Verpackungen, wie z.B. über behördliche Zulassung und Unbedenklichkeit geben tatsächlich keine Sicherheit vor Gesundheitsgefahren. Zweifelhaft ist auch die Wirkung von sogenannten Dekontaminierungsmaßnahmen, da die Wirkstoffe der angewendeten Präparate sich auf allen Oberflächen (Wände, Fußböden, Möbel ) ablagern und langsam wieder an die Raumluft abgegeben werden. Durch die sehr große Oberfläche des Hausstaubes lagern sich die Pyrethroide in besonderem Maße auch dort ab. Einzelne Pyrethroide können abhängig von ihrer Struktur zu ganz unterschiedlichen Problemen führen. Primär wirken Pyrethroide als Nervengift. Es kann bei hohen Dosen zu Krämpfen, Lähmungen oder zu einer Übererregbarkeit kommen. Da die Aufnahme hauptsächlich über den Staub erfolgt, können auch Hautallergien sowie Reizungen der Augen und der oberen Atemwege auftreten. Als Symptome einer Langzeitwirkung sind Parästhesien wie Kribbeln, Taubheitsgefühl und Schwindelgefühl benannt worden. Die nervenschädigende Wirkung ist als besonders kritisch einzustufen, da einige Forscher davon ausgehen, dass die Schäden irreversibel sind und die Wirkung einzelner Pyrethroide additiv wirken. Das bedeutet, dass die schrittweise Aufnahme einzelner Pyrethroide (z. B. aus Teppichen) sich zu einer schon vorhandenen Belastung (z.B. durch die Folgen einer Schädlingsbekämpfung) hinzuaddieren, so dass irgendwann in der Zukunft durch die hohe Verbreitung der Gifte in der Umwelt eine endgültige Schädigung auftreten könnte. Es gibt Meinungen, dass die Toxizität von Pyrethroiden durch die additive Wirkung und ihre hohe Beständigkeit höher eingestuft werden soll als diejenige von PCP oder Lindan. Nicht unerwähnt muss aber an dieser Stelle bleiben, dass die durch Pyrethroide ausgehende Gefährdung nicht unwidersprochen ist und die Ergebnisse der sich mit diesem Problem intensiv beschäftigenden Forschern (z.B. Prof. Müller- Mohnsen, München) stark umstritten sind.

Wie kann man Pyrethroide messen?

Pyrethroide sind schwerflüchtige Substanzen und als solche nicht oder nur in kleinsten Spuren in der Raumluft zu finden. Sie binden sich aber aufgrund ihrer großen Fettlöslichkeit (Lipophilie) an Staub und Oberflächen. Erhöhte Pyrethroid - Konzentrationen kann man deshalb nicht über eine Raumluftmessung ausreichend kontrollieren. Angebracht ist die Analyse einer Hausstaubprobe, die mit dem gewöhnlichen Hausstaubsauger gesammelt werden kann. Für eine spätere Bewertung ist es sinnvoll, wenn der Staub bestimmten Räumen zugeordnet werden kann und keine sonstigen Verschmutzungen (z.B. Katzenstreu) im Beutel enthalten sind. Es sollte möglichst der Staub untersucht werden, der über einen Zeitraum von 1 bis 2 Wochen angefallen ist. Es ist auch möglich, den Teppich selbst auf Pyrethroide hin zu untersuchen? Dafür wird ein Stück von 10 x 10 cm benötigt.

Wie werden Pyrethroidkonzentrationen beurteilt?

Grundsätzlich sollten keine Pyrethroide in Innenräumen vorhanden sein. Als Orientierungswert für den Hausstaub hat das Bundesgesundheitsamt 1992 die Einhaltung einer Maximalkonzentration von einem Milligramm je Kilogramm Hausstaub vorgeschlagen. Da keine ausreichenden Informationen über eine "ungefährliche" Größenordnung der Pyrethroide und ihrer Synergisten vorliegen, sollte die Konzentration in Teppichen möglichst ebenso unter 1 mg/kg bzw. auf jeden Fall unter 10 mg/kg liegen. Pyrethroide oder andere Insektizide sollten in Innenräumen nach unserem Erachten aber nicht eingesetzt werden. Nach anderen, in der Literatur angegebenen Expositionsabschätzungen muss eine Belastung von mehr als 6000 mg Permethrin pro kg Staub vorliegen, damit der von der Weltgesundheitsorganisation ermittelte ADI- Wert (akzeptierte tägliche Aufnahme) von 0,05 mg pro kg Körpergewicht überschritten wird. Erst bei Überschreiten des ADI- Wertes soll mit gesundheitlichen Schädigungen zu rechnen sein. Nach der Meinung von einigen Ärzten und Toxikologen werden jedoch gesundheitliche Beschwerden schon durch weitaus geringere Pyrethroidkonzentrationenn im Staub hervorgerufen, insbesondere bei stark wachsenden Organismen und Kindern.

Wie kann eine Sanierung durchgeführt werden?

Die erfolgversprechendste Methode der Sanierung bei belasteten Teppichen ist die Entfernung sämtlicher Quellen. Bei Schädlingsbekämpfungsmaßnahmen mit Pyrethroiden ist neben der Entfernung stark belasteter Materialien eine wiederholte, intensive feuchte Reinigung aller belasteten Flächen oder evtl. sogar eine kontrollierte chemische Reinigung erforderlich. Dabei ist die geringere Beständigkeit einiger Pyrethroide gegenüber alkalischen Reinigungsmitteln hilfreich. Sanierungsmittel enthalten deshalb oft Natronlauge in geringer Konzentration (<5%), um damit Oberflächen zu dekontaminieren. Wichtig sind Kontrollen auch noch nach mehreren Monaten, denn bestimmte Oberflächen adsorbieren das Gift und geben es erst langfristig wieder ab. Welche Alternativen zu Pyrethroiden gibt es? Im Zusammenhang mit dem Kauf von Teppichen aus Naturmaterialen sollte man sich bescheinigen lassen, dass der Teppich frei ist von Pyrethroiden oder sonstigen Pestizidien. Leider kann man dieses Problem z.Zt. nicht abschließend klären, denn es gibt keine rechtlichen Vorschriften wie z.B. ein Wollteppich mit gesundheitlich einwandfreien Mitteln vor einem Mottenbefall geschützt werden kann. Bei Auftreten von Schädlingen oder sog. Lästlingen ist praktisch nie der Einsatz von Giften erforderlich. Ursachenbekämpfung (z.B. feuchte Stellen, offene Lebensmittel ) oder das Anbringen von Barrieren (z.B. Fliegengaze, Leimbretter, natürliche Gegenmittel) sind die beste Lösung. Daneben gibt es in der Zwischenzeit auch Schädlingsbekämpfungsfirmen, die sich auf biologische Schädlingsbekämpfung spezialisiert haben und über alternative Verfahren wie das Anlocken über Geschlechtshormone (Pheromone) und besondere Fallen die Schädlinge bekämpfen.

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